Hier sind einige Bilder aus den Jahren vom Aufbau.

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Chronik des KGV Süd-West e. V.

1913 – So fing alles an

Im Juli 1913 wurde in der Wirtschaft Badersbach der Grundstein für unseren Verein gelegt. Herr Hahn (damaliger 1. Vorsitzender) und einige Gleichgesinnte gründeten damals die Gartebau-Gesellschaft Süd-West.
Es wurde ein Gelände von 4 ha erworben, das zwischen dem Mainzer Bahndamm und der Gutleutstraße lag. Mit viel Mühe und Fleiß und dem dazugehörigen Idealismus wurde im Laufe der Zeit aus einem verwilderten Gelände ein Kleingartenanlage erschaffen.

1914 - der 1. Weltkrieg

In der Gründungsversammlung im September 1914 wurde beschlossen, den Verein in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Der 1. Weltkrieg riss manche schmerzliche Wunden in den jungen Verein und einige Gartenfreunde kehrten vom Krieg nicht mehr zurück.
Die Anlage schien nachdem Krieg schon unsicher und man wollte sich schon jetzt nach einem Ersatzgelände umsehen. Der Vorstand beschloss, ein Stück Land von ca. 5 ha vom St. Katharinen- und Weißfrauenstift zu erwerben.

1919 - Unser heutiges Gelände

1919 waren die Verhandlungen soweit abgeschlossen, dass ein Gelände mit etwa 120 Parzellen bezogen werden konnte. Der Verein bestand nun aus zwei verschiedenen Anlagen mit etwa 220 Mitgliedern.
Es war harte Arbeit, au der Anlage die zuvor als Abladeplatz der Städtischen Müllabfuhr diente, ein brauchbares Gelände zu erschaffen.

1920 - 1929 Nachkriegsjahre

Es war eine schwere Zeit, denn die Saatgutbeschaffung machte große Schwierigkeiten. Aber wie es nun einmal in der damaligen Zeit war, jeder half sich auf seine Weise und so wurde auch diese schwere Zeit überwunden. Gegen Ende 1925 lieferte ein für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlicher Gesprächsstoff. Ein aus der Mönchhofstraße kommender einsitziger Doppeldecker musste auf dem Gelände notlanden, auf dem heute die Kantine des KGV Gutleut steht, dass Fahrgestell hatte die Hütte von Garten 41 abgerissen und war abgebrochen. Der Pilot konnte trotzdem noch glatt landen. Das Wrack wurde noch am gleichen Tag von einem Rollwagen zum „alten Flugplatz“ gebracht.

1930 - Unsere Kantine entstand

Im Jahre 1930 wurde eine große Bauhütte aufgestellt und als Kantine in Betrieb genommen. In der Kantine gab es unsere üblichen Frankfurter Spezialitäten wie z. B. Ebbelwoi und Handkäs´ mit Musik. Toiletten und fließendes Wasser gab es nicht.

1935- In den 30er Jahren gab es keine alljährlichen Sommerfeste, diese wurden sporadisch festgelegt. Der Höhepunkt war eine Tanzkapelle Die Tanzfläche war unser heutiger Torschuppen und wo heute der Vorrats- und Elektroraum ist stand die Kapelle.

1938 - Wieder ein Flugzeug in der Anlage

Ein zweisitziger Eindecker War auf dem Flug von Köln nach Frankfurt in unsrem Gelände im Garten 40 notgelandet.

1939 - 2. Weltkrieg

Die Zeit von 1939-1945 war die bitterste Zeit für unseren Verein.
Vile Gartenfreunde waren in der Wehrmacht. Ganze Familien hatten die Stadt verlassen, die wenigen die blieben kümmerten sich um 4, 5 oder mehr Gärten gleichzeitig, um die Anlage nicht verwildern zu lassen. Diesen Menschen sind wir bis heute unendliche dankbar.
Unsere Kantine war zerstört, die Anlage verwüstet von etwa 25 Bombentrichtern, man erkannte nur noch schwer, dass es sich um eine Kleingartenanlage handelt.

1946 - Wieder begann der Neuaufbau

Durch den Befehl der damaligen Militärregierung, sämtliche Gärten unter allen Umständen einer Bewirtschaftung zuzuführen, begann der Wiederaufbau nach dem Krieg.
Mit dem neuen Vorstand, der 1946 gewählt wurde, waren die Gärten schnell vergeben. In beispielhafter gemeinsamer Arbeit und unermüdlichem Einsatz wurden Schäden behoben und die Wege und die Anlage verbessert.

1951 - Anlage 1 ging verloren

Im Zuge der Erweiterung der Gutleutstrasse wurden dem Verein 1951 zunächst 13 Kleingärten gekündigt. Die restlichen Gärten wurden dem Verein 1957 genommen, weil die Amerikaner diesen Boden für Bauzwecken benötigten.
Ein Teil der heimatlosen Kleingärtner fand in unserer heutigen Anlage oder in benachbarten Vereinen neue Gärten. Seither besitzt der Verein nur noch eine Anlage in der Mönchhofstrasse.
Viele bauliche Maßnahmen wurden in den Jahren 1953- 1955 gebaut, so entstanden eine feste Toilettenanlage und ein Geräteschuppen.

1953 - die Kantine wurde massiv gebaut

Ebenfalls 1953 standen auch die Mauern einer neuen massiven Kantine.
Der Einsatz aller in diesen Jahren war ungewöhnlich hoch und wird wohl nie mehr übertroffen.

1964 - Wasser und Strom

Ausgerechnet während der Hitzewelle des Sommers 1964 versiegte der Brunnen hinter der Kantine, der uns bis dahin mit Wasser versorgt hatte. Da der Anschluss an die öffentliche Wasserleitung 10.000,- DM kostete, schied diese Möglichkeit aus. Die Alternative war sich über einen Unterzähler an den Wasseranschluss des KGV St. Gallus anzuhängen.
Nach dem legen der Leitung hatte der Verein dann im Spätsommer fließendes Wasser, einmal für die Kantine und einmal für die nun angelegte Zapfstelle auf dem Festplatz.
1965 wurde eine außerordentliche Versammlung einberufen und der Antrag vorgelegt, im Rahmen einer umfassenden Elektrifizierung für alle Gärten Stromanschlüsse zu schaffen.
Dank unglaublicher Eigeninitiative konnte man die Ausgaben für die Stromversorgung verhältnismäßig klein halten. (ca. 16.000,- DM)

1970 - Der Torfschuppen entstand

Anfang der 70er Jahre verlegte man den Ausschank auf die ehemalige Tanzfläche. Die niedrigen Umfassungsmauern wurden mit einer Holzkonstruktion aufgestockt und auch dieser Raum musste dann mit Zeltplanen und Brettern witterungsfest abgedeckt werden. Leider gab es nicht mehr so viel motivierte Helfer wie in den Nachkriegsjahren, die wenigen die mit anpackten, machten nun aus unserem Torfschuppen eine Bar.

1975 - Rosenrabatte am Hauptweg

Anfang der 70er Jahre entstanden durch viel Arbeit und konsequentes Auslichten viele junge Gärten, die der gesamt Anlage ein neues, frisches Aussehen verlieh. Dadurch fiel auf wie wenig doch der Hauptweg wegen seiner zum Teil sehr unansehnlichen und ungleichmäßigen Einzäumungen zu dem neuen Gesamtbild passte. Die Idee kam im Vorstand auf die alten Zäune zu entfernen und durch eine einheitliche, niedrige Einzäumung zu ersetzen, davor wurden Rosen gepflanzt. In vielen Arbeitsstunden wurde Pfosten für Pfosten gesetzt und die Randsteine für die Rosenrabatten. Dann waren rund 700 Poliantha-Rosen zu pflanzen und alle waren auf den nächsten Frühling gespannt.
Es zeigte sich das die überaus eindrucksvolle Farbenpracht unserer Anlage ein ganz neues Gesicht gab.

1978 - Neues Haupttor

In diesem Jahr wurde unter großem Einsatz vieler Gartenfreunde eine Einzäumung an der Mönchhofstrasse fertig gestellt. Ein neues Haupttor rundete den guten Gesamteindruck ab.

1979 - Ein neuer Festplatz

Der Festplatz wurde neu hergerichtet und mit neuen Bäumen als Spende vom Gartenamt verschönert. Die Wege wurden befestigt und neu bekiest. Ein Grillplatz und ein Platz zum kochen der legendären Erbsensuppe, die heute noch vom 2. Vorsitzen Werner Poxdörfer und seiner Frau Jutta in liebevoller Schnippelarbeit zum Sommerfest zubereitet wird, wurde erstellt. Ebenfalls wurde eine Pflasterfläche zum abstellen eines Kühlcontainers für das Sommerfest gebaut.

1980 - Eine Heizung für die Kantine

Endlich war es soweit, dass unser alter Ölofen aus der Kantine verschwand und durch eine Ölheizung ersetzt wurde, gleichzeitig wurde die Kantine von innen mit einer Holzdecke versehen. Im gleichen Jahr wurden um die Kantine herum die Wege mit neuer Bepflasterung versehen.

1982 - Kinderspielplatz und Torfschuppen

Unser Kinderspielplatz wurde neu gestaltet, d.h. mit neuen Holzspielgeräten ausgestattet und schon nach kurzer Zeit nicht nur von unseren Kindern stark besucht, sondern auch von vielen Kindern, die von draußen in unsere schöne Anlage kamen.
Unser Torfschuppen wurde wieder einmal renoviert, nun aber richtig. Es wurde nicht nur eine neue Holzdecke eingezogen, sondern auch ein neuer Fußboden aus Holz verlegt. Eine schöne Theke und neue Möbel von der Brauerei rundeten das Bild ab. Neue Elektrik, Lautsprecher und Ventilatoren in der Decke wurden installiert.

Mittlerweile war der Grundstein einer wunderschönen Gartenanlage gelegt, durch zahlreiche Aus- und Umbauarbeiten wurde unser Verein stets verändert und verschönert.

2009 - Veränderungen

Der Spielplatz wurde mit der Zeit zu marode und da die Kinder der Kleingärtner aus dem Alter des Spielens herausgewachsen waren und der Platz für die mittlerweile jährlich stattfindenden Sommerfeste gebraucht wurde, wurde er abgerissen.